Bericht – Neujahrsbegrüssung 2019

Hitzige Diskussionen: Ist der Treibhauseffekt eine Tatsache?

Die Klimaerwärmung sei verursacht durch den Anstieg des CO2-Gehalts in der Atmosphäre. Ist das nun eine wissenschaftlich belegte Tatsache oder stecken wirtschaftliche Interessen hinter dem Klimamodell?
Ueli Merz

Swiss Engineering Sektion Wil und Umgebung hat in den Neujahrsbegrüssungen jeweils kontroverse Themen angesprochen und schon öfters Diskussionen ausgelöst. Zum aktuellen Anlass stand die Frage im Raum, ob die Klimaentwicklung tatsächlich vom CO2-Gehalt der Atmosphäre abhängig ist. Der Referent Ueli Gubler hat die Abhängigkeit zwischen Klima und CO2 anhand historischer Fakten beleuchtet und erklärt dies im Vortrag vor den anwesenden Ingenieuren und Architekten.

1974 – wann wird’s mal endlich wieder richtig Sommer

Der Schlager von Rudi Carell folgte einem miesen verregneten Sommer. Der US Aussenminister warnte vor einer bevorstehenden Eiszeit, wenn Nichts geschehe. Aus Zeitungen und Zeitschriften wie der Spiegel ist nachzulesen, dass die Medien die Warnungen der Politik vor Eiszeit, Sintflut und Klimakatastrophen regelmässig auf den Titelblättern publizierten. Die seit 1977 publizierten Prognosen sind nachweislich nicht eingetreten, was Ueli Gubler klar als «40 Jahre Fehlprognosen» bezeichnet.

40 Jahre Fehlprognosen

Die Klimaforschung hat zahlreiche mathematische Modelle entwickelt, um die Klimaentwicklung nachzubilden und Voraussagen zu finden. Dabei wird jeweils auf den Treibhauseffekt und das CO2 als Hauptfaktor für die Temperaturentwicklung abgestützt. Der Referent kennt keine Beweise für die Gültigkeit der Klimamodelle, welche das CO2 hauptsächlich für die Temperatur verantwortlich machen. Im Gegenteil: Eine Publikation von Robert Homes im Journal Earth Sciences beweise, dass die Temperaturberechnung mit der Druck-Dichte-Massen-Formel auf dem atmosphärischen Druck und der Gravitation basiert, und damit das CO2 als Klimatreiber widerlege.

Egal was ist – das CO2 ist schuld

An jedem Unwetter, an jedem überheissen Tag ist das CO2 schuld. Dabei gäbe es bekannte Zyklen der Sonne, wie Ueli Gubler zeigt, die regelmässig zu Veränderungen der Sonneneinstrahlung führten. In der Summe ergibt sich alle 100’000 Jahre eine Eiszeit, und entsprechend auch warme Zwischenzeiten wie jetzt. Bei den Computermodellen spielt die Sonne keine Rolle, was Klimaforscher Hans von Storch als fundamentalen Fehler bezeichnet.

Die Wärme bringt uns weiter

In Zeiten kalten Klimas ging es den Menschen in Europa sehr schlecht. Die letzte Kälte, als Kleine Eiszeit bezeichnet, war von 1500 – 1820, mit einem Vulkanausbruch 1815 in Indonesien, der die Sonne durch den Staub in der Atmosphäre verdunkelte und zu Hungersnot in Europa, zu Revolten und Auswanderungen führte. In warmen Zeiten ging es den Menschen jeweils viel besser, und sie entwickelten hohe Kulturen wie zur Jungsteinzeit, zur ägyptischen und römischen Wärmephase und zur Gotik um 1000 n. Chr.

Ablasshandel mit CO2-Zertifikaten

Im Vortrag vom Jan. 2014 hat Dr. Felix Blumer von Meteo Schweiz bereits erwähnt, dass die Statistik über den CO2-Ausstoss vom Energieproduzenten BP stamme und deren wirtschaftliche Interessen in Frage gestellt. Fakt ist, dass der intensive Verbrauch fossiler Brennstoffe mit dem CO2-Ausstoss gemessen und mit dem Kyoto-Abkommen wirtschaftspolitisch freiwillig geregelt wird, wobei die USA und China sich nicht verpflichtet haben, und Kanada wegen drohender Bussen wieder ausgetreten ist. Wir können unseren CO2-Ausstoss mit fragwürdigen Klimazertifikaten kompensieren, womit sich bereits neue Geldströme ergeben haben.

Diskussion

Die vielen gezeigten Informationen zum Verlauf des Erdklimas und Einflussfaktoren führten zu teils hitzigen Diskussionen von Teilnehmern mit dem Referenten, weil sie ihn aufgrund früherer politischer Äusserungen in den Medien in Frage stellten. Ebenfalls wenig klärend war die Frage, falls das CO2 keine Rolle auf die Entwicklung des Klimas spielen würde, was dann wäre?

Fazit

Das Fazit zum Vortrag und der Diskussionen könnte man allenfalls so zusammenfassen: Die Experten streiten sich um die CO2-Frage, und man kann diesem oder jenem Lager glauben, ohne Gewissheit zu haben, was stimmt. Es geht also nicht um Tatsachen und wissenschaftliche Beweise, sondern um Personen und Behauptungen, weshalb die Lager so gespalten sind. Den anschliessenden Neujahrsapéro im Stadtsaal Wil hat das schwierige Thema nicht gestört. Die Gespräche mit dem Referenten und untereinander fanden eine lange und friedliche Fortsetzung.

Mehr CO2 = wärmer, weniger CO2 = kälter?

Macht es einen Unterschied, ob die CO2-Formel funktioniert oder nicht?
Falls die Formel stimmt, dann könnten wir das CO2 in ein Erdloch stecken, mit dem Tesla fahren und dafür ohne schlechtes Gewissen in die Malediven zum Tauchen fliegen. Die Menschheit könnte mit grosser Technologie und Klimazertifikaten die Welt retten, und wir hätten alles im Griff. In Wirklichkeit funktioniert dies so gut wie die Neujahrsvorsätze von 2019 und den Jahren zuvor: Wir halten uns nicht dran und lassen uns von Andern nichts vorschreiben. Weniger CO2 = kälter wird also nicht funktionieren, unter anderem weil physikalische und chemische Effekte nicht beliebig reversibel sind.

Falls das CO2 nicht schuld ist, was dann?

Die Kondensstreifen der vielen Flugzeuge waren mal auf dem Radar der Klimaerwärmung. Das darf aber nicht sein, denn wir müssen fliegen, sonst funktioniert die Wirtschaft nicht mehr. Es könnte auch der Feinstaub sein, aber das darf auch nicht sein, sonst müssten wir so Vieles einschränken, auf das wir nie verzichten wollen.